Verschiedene MESS-PARAMETER
für Herz-Kreislauftests im Fitnessbetrieb

Für Test, Trainingskontrolle und/oder Trainingssteuerung
werden
im Fitnessbetrieb folgende Möglichkeiten eingesetzt.


1   Herzfrequenz - Puls

Als Steuerungsmittel für Leistung und Erholung aber auch als Erfolgskontrolle für Trainingsfortschritte.
Meßmöglichkeiten:
   1 Mittels Tasten am Handgelenk (Radialis-Puls) oder Hals       (Carotis-Puls)
   2 EKG-Gurt oder Ohr-bzw. Finger-Sensoren

Der FRÜHPULS
Am Morgen direkt im Bett liegend nach dem Erwachen wird
der sogenannte Ruhepuls genommen. Bietet Interpretations-
möglichkeiten für Trainingszustand, aber auch Übertraining.

40
45
50
55
60
65
70
75
80
Gut trainiert                    Durchschnitt   Untrainiert

Der RUHEPULS
Die Pulshöhe nach einigen Minuten ruhigem Liegens.
Der BELASTUNGSPULS
Die maximale Pulshöhe die bei einer Trainings(Arbeits)-belastung erreicht wird (bzw. werden kann)
Der ERHOLUNGSPULS
Der EP wird in 1 - 3 - 5 Minuten Abständen nach einer Belastunggenommen und läßt Rückschlüsse auf TR-Zustand (Erholungsgeschwindigkeit) zu.

Die Trainingsherzfrequenz (THF)
kann mittels der Formel 220-Alter=100% berechnet werden.
Beispiel:
eine Person 30 Jahre alt rechnet 220 - 30 = 190. Diese 190 sind die maximale (100%) THF. Soll man nun im Bereich 60% trainieren, so rechnet man 190 x 0,6 = 114.
D.h. die Bandbreite des Ausdauertraining sollte plus/minus 5 von 109 - 119 reichen. Problem bei dieser Berechnung ist die nur ungefähre Annäherung und die Altersverschiebung d.h. das ab ca. 50 Jahre die errechnete Herzfrequenz zumeist zu niedrig ist. Für diese Altersgruppen empfiehlt sich ein Ausbelastungtest beim Internisten durch zu führen, um exakte Werte für's Training zu bekommen.

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2   Atemfrequenz

Über die Zählung der Minuten-Atemfrequenz kann auch eine Steuerung des Trainings bzw. der Intensität des Trainings erfolgen Von einer Ruheatemfrequenz von 6-10 Atemzügen (jeweils Einatmen zählen) bis zu einer Frequenz von 40-50 mal pro Minute ist eine weites Feld der Belastungsintensität.
Kontrolliertes Ausdauertraining im Fettabbaubereich sollte eine Sprechen mit dem Trainingspartner WÄHREND des Trainings möglich machen.
Als Faustregel gilt ein Satz mit ca.12 Wörter in einem
sprechen können - ohne dazwischen zu hecheln.
Oder währen der Ausdauertätigkeit NUR durch die Nase einatmen.

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3   Blutdruck

Damit eine Flüssigkeit durch eine Rohrleitung strömen kann,
muß ein Druck ausgeübt werden. Das kann durch das Eigen-
gewicht geschehen oder durch eine Pumpe wenn es gegen
die Schwerkraft gehen soll. Im Körper ist das Herz die Pumpe.

SYSTOLE nennt man die Phase, in der sich das Herz zusammen-zieht, dabei drückt es das Blut in die Aorta. Diese bläht sich elastisch auf (Windkesselfunktion) und erlaubt so ein relativ gleichmässiges Fließen des Blutes. Das Blut strömt dann
weiter in die Arterien, in die Arteriolen, Kapillaren und dann weiter in das venöse System. Den Druck in den großen Arterien nennt man den systolischen Wert.

DIASTOLE nennt man die Phase, in der sich das Herz wieder ausdehnt. Es saugt jetzt Blut an, aus den Vorhöfen, aus der Lunge. Eine Klappe verhindert, daß das Blut aus der Aorta
zurückgesaugt wird. Die elastische Aorta zieht sich wieder zusammen, sie wirkt wie ein Druckvorratsbehälter. Der Druck in den Arterien bleibt positiv, das Blut strömt weiter, allerdings
nimmt der Druck ab. Der tiefste Wert ist der diastolische Wert.

Beim Blutdruckmessen wird mittels einer Manschette am Oberarm die Durchblutung der Arterie komplett unterbunden und dann wird langsam die Drosselung verringert. Das erste Geräusch das hörbar oder elektronisch sichtbar gemacht wird ist der systolische Wert.
Wenn keinerlei Anzeige mehr da ist, das heißt wenn das Blut wieder ungehindert fließt, wird der zuletzt angezeigte Wert als diastolischer Wert notiert.

         Zu hoch ist der Blutdruck, wenn er in Ruhe
                  - systolisch über 160 mm Hg ist
                  - diastolisch über 95 mm Hg ist

Normal ist eine Erhöhung des Blutdruckes bei Aufregungen oder körperlicher Betätigung. Wobei der systolische Wert über 200 steigen kann, während der diastolische Wert aber nur sehr wenig erhöht wird. Bei gutem Trainingszustand erreicht der systolische Wert sehr schnell wieder annähernd Normalwerte.

Eine einmalige Messung ergibt kein genaues Ergebnis, sondern nur eine Momentaufnahme. So wird der Arzt, bei Verdacht auf Bluthochdruck, eine Wochendiagramm anfertigen lassen. D.h. der Patient bekommt ein Blutdruckmessgerät mit nach Hause und mißt mehrmals täglich seinen Blutdruck. Anhand der getätigten Aufzeichnungen kann der Arzt dann das Ergebnis interpretieren.
Im Fitnessbetrieb kann zwar auch der Blutdruck gemessen werden, aber die Interpretation bleibt dem Arzt überlassen.

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4   Das MET-System
MET = die Abkürzung für METabolic equivalent
1 MET = Ist der Sauerstoffbedarf des Menschen in absoluter Ruhe (Schlaf), der Ruhe-O2 -Bedarf.

1 MET = 3,5 ml O2 /Minute/Kilogramm Körpergewicht

Die maximale Sauerstoffaufnahme, die VO2 max. kann in METs umgerechnet werden, bzw. kann man auch Tätigkeiten (Training) mit der MET-Skala versehen. Ebenso kann die relative, das heißt die körpergewichtsbezogene Sauerstoffaufnahme, die rel. VO2max. in METs ausgedrückt werden.

Der Umrechnungsmodus ist einfach: Die getestete rel. VO2max. wird durch die 3,5 ml dividiert und das Ergebnis sind die maximal verfügbaren METs. Am Beispiel: Bei einem Sportler wurden 47ml relative Sauerstoffaufnahme mittels Test festgestellt

47 : 3,5 = 13,42 gerundet 13,4 METs

Wenn der Sportler nun zwischen 50 und 85% seiner Sauerstoff-aufnahme belastet werden soll um einen Trainingseffekt zu erzielen, werden diese 13,4 METs als 100% genommen. Die gewünschte Belastung liegt dann zwischen 6,7 METs und 11,4 METs. Der "American Council of Sports"hat eine MET-Tabelle erstellt, damit jeder Sportler, der seine relative max. Sauer-stoffaufnahme kennt, sich, die seiner Leistungsfähigkeit entsprechenden Sportarten aussuchen kann.
Untenstehend ein Teilausschnitt dieser umfangreichen Liste mit
den jeweiligen METs.

Badmington 4 - 9 METs
Billard 2,5
Boxsparring 8,3
Tanzen 3,7 - 8,4
Aerobic 6 - 9
Handball 8 - 12+
Judo 13,5
Fußball 5 - 12+
Laufen 8,7
12 min pro Meile = 1609 m
Laufen 11,2
9 min pro Meile
Laufen

16,3
6 min pro Meile

Squash 8 - 12+
Volleyball

3 - 6


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5   Die BORG/RPE oder PER-Skala
          Die BORg-Skala                   Die RPE oder PER-Tabelle

6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20

Sehr, sehr leicht

Sehr leicht

Recht leicht

Etwas anstrengend

Anstrengend

Sehr anstrengend

Sehr, sehr anstrengend

 

0
0,5
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10

Nichts
Sehr sehr schwach
Sehr schwach
Schwach
Mittel
Einigermaßen stark
Stark

Sehr stark


Sehr, sehr stark

Diese Tabellen werden eingesetzt um das persönliche Anstrengungsempfinden des jeweilig Befragten in eine Normierung zu bringen. Eine gute Idee, da jeder Mensch jeden Tag etwas anders "drauf" und so auch die Tagesverfassung in das Training mit einbezogen wird. Dieses System kann sowohl für Kraft- als auch für Ausdauerleistungen angewandt werden. Der Name Borg kommt von dem Wissenschafter welche dieses Prinzip entwickelt hat.
Die Bezeichnung R.P.E. (Range of Perceived Exertion) oder P.E.R. (Perceived Exertion Range) wurde später von amerikanischen Physiologen mit einer modifizierten Tabelle neu entwickelt.
Der Bereich 10-14 auf der Borg-Skala bzw. 3-7 auf der RPE-Skala entspricht der THF von 50-85% und ist für den Fitnessbereich gut geeignet.

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6   Die relative maximale Sauerstoffaufnahme
Die VO2 max, ist der Parameter für die maximale Sauerstoffauf-nahme pro Minute d.h. die Menge Sauerstoff, welche der Körper in der Minute aufnehmen, transportieren und verwerten kann.
Es ist damit eine Aussage über das aerobe Leistungssystem des Menschen. Zwei Parameter werden benützt:

Die VO2 max
- maximale Sauerstoffaufnahme in Liter
pro Minute, pro Kilogramm Körpergewicht


Die relative VO2 max.
- die körpergewichtsbezogene maximale Sauerstoffaufnahme in ml (1.000stel Liter)
pro Minute, pro Kilogramm Körpergewicht


Nur die relative (körpergewichtsbezogene) VO2max. läßt Vergleiche zwischen Sportlern zu.
Es sind auch ungefähre Richtwerte nach Trainingszustand.
Differenziert muß nach Geschlecht und Alter werden.

Mit entsprechenden Tests wurde ermittelt:

pathologisch < 25 ml
untrainiert 26-35 ml
mäßig trainiert 36-45 ml
FITNESS-Sportler 46-55 ml
Hobbysportler (Ausdauer) 56-65 ml
Leistungssportler Ausdauer 66-75 ml
Spitzensportler Ausdauer >76 ml (bis 90 ml)

Durch kontrolliertes und gesteuertes Ausdauertraining kann die VO2 max. erheblich verbessert werden. Bereiche über 65 ml sind allerdings bedingt durch den enormen Trainingszeitaufwand nur mehr dem Leistungs- bzw. Spitzensportler zugänglich.

Folgende Faktoren begrenzen die max. Sauerstoffaufnahme

Atemminutenvolumen
( AMV ) Volumen und Frequenz der Atmung pro Minute in Ruhe ca. 1/2l rund 12-15 x pro Minute

Herzminutenvolumen
( HMV ) Volumen und Frequenz der Herzpumpleistung/min.

Blutvolumen
ca. 5 l (errechnet sich durchschnittlich aus der Herzfrequenz ca. 70 x in der Minute mal dem Herzschlagvolumen ca. 70ml)

Gasaustausch
zwischen Lungenkapillaren und Lungenalveolen (Blutfließgeschwindigkeit)
O
2 = 40 : 100 %       -          CO2 = 46 : 40 %

Der gesamte Sauerstoffverbrauch aller Organsysteme

Alle Faktoren,
die die O2-Aufnahme/Transport/Verwertung beeinflußen (zB. Ernährung, Training, Lebensweise)

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7   Die Vitalkapazität

Normalerweise beträgt ein Atemzugvolumen 1/2 l in Ruhe.
Bei ca. 12-15 x pro Minute werden rund 6-8 l Luft in die Lunge gebracht.
Die maximale Einatmung nach einer maximaler Ausatmung beträgt durchschnittlich 2,8 l - 5,6 l - die Vitalkapazität.
Bei der Einatmung - Inspiration - und bei der Ausatmung - Expiration verbleiben jeweils Reserven in der Lunge - das inspiratorische Reservevolumen ist 2,5 l und das expiratorische Reservevolumen ist kleiner , es beträgt 1,5 l - ein Rest von rund 1,2 l - das Residualvolumen verbleibt immer in der Lunge. Die Feststellung der Vitalkapazität (maximale Ausatmung nach maximaler Einatmung) wird nach - Körpergröße - Geschlecht - Alter - differenziert.
Die Vorgangsweise: in ein spezielles, geeichtes Gerät - ein Spiroergometer - wird nach maximaler Ausatung und danach maximaler Einatung eine komplette Ausatemluft hineingeblasen. Die Anzeige des Gerätes zeigt die Menge der Ausatemluft in Liter an. Damit kann auf das Leistungsvermögen der Testperson rückgeschlossen werden.
Die Normwerte werden nach Alter und Geschlecht differenziert.
Je nach Sportart und Trainingszustand ist eine entsprechende Literleistung erreichbar. Die Vitalkapazität ist trainierbar.
Die mögliche Steigerung beträgt allerdings nur 15-30%.

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